Projekt: "mit Pflanzen" 2019/2020
Projekt: "auf Räumen" 

Ruth Geiersberger

Performerin, Schauspielerin, Sprecherin, Feldenkrais-Pädagogin und Stimmtrainerin

  • Abitur 1976 in Freising
  • halbjähriger Studienaufenthalt in einem Kibbutz in Israel
  • Schnupperstudien in Freiburg und München in Kunstgeschichte, Sport und Ethnologie
  • Ausbildung zur Gymnastiklehrerin, mit rhythmisch musikalischem Zusatzfach an der Bode Schule / München
  • Ausbildung im Bereich Körperarbeit, Gesang, Stimme, Schauspiel und Improvisation  in München / Berlin und Paris u.a. bei Philippe Gaulier, Yoshi Oida und Astrid Kube
  • Ausbildung zur Kranführerin in der Schule für Bauberufe bei Nürnberg
  • seit 2001 Feldenkrais-Pädagogin
  • seit 2014 Stimmtherapeutin

 

 

seit 1990 entwickelt Ruth Geiersberger Projekte, die sie auch Verrichtungen nennt, im Bereich theatraler Performance und szenischer Installation, die sie mit Hilfe von Projektförderungen und Stipendien vor allem des Kulturreferates der LH München realisieren konnte und kann.

 

Erste Arbeiten waren z.B.: „mobiles Baustellenprojekt“ / „Rapunzel-Haarprojekt“ / „Spurensicherung, eine Idyllenver(n)richtung“.

Sie ist dabei auf der Suche nach einer kleinen, einer großen, oder überhaupt einer„Heimattttt“,
nach der Notwendigkeit des sich äußern Müssens.

Die Arbeit mit dem „richtigen“ Raum, mit der Verortung einer Idee, sind essentiell in Ihren Performances. Sie bespielt etwa Kirchen, Baustellen, Luftschutzbunker, Gärten, Container, Bahnhöfe, Hotelzimmer, Galerien, Museen… oder taucht im Zoo auf.

Es entstehen dabei auch zahlreiche Soloperformances und Lese-Verrichtungen,und seit Januar 2000 „wartet“ sie immer wieder in leeren öffentlichen Räumen.

 

Werkliste der eigenen Arbeiten, eine Auswahl:

(Förderer: Kulturreferat München und Berlin, STADTFORUM, Regierung OBB, Kulturfond Bayern, Sparkasse)

 

  • 2019 „mit Pflanzen“ Ruth Geiersberger & Komplizen – art meets science 
    Klang Performance im Denk-Raum, in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens München-Nymphenburg
  • 2017 „auf Räumen“ Spielinstallation in einer leerstehenden Wohnung in  München/Phase I  und begehbare Klanginstallation im Theater Hoch X / Phase II
  • 2015/2016 „über ge setzt“ Performatives zum Missverstehen zusammen mit Masako Ohta (Piano) und Martina Koppelstetter(Gesang) in Japan und München 
  • 2013 „sososososo Andachtsübungen“ 2013 in München an verschiedenen Orten im öffentlichen Raum (nach Japan-Stipendium)  www.sososososo.de 

 

  • 2011/1212 „UND JETZT“, eine performative Theaterarbeit (München / Berlin)
  • 2009 „Die letzten Dinge“ (Hörstück im Ägyptischen Museum / München)
  • 2008 „Rollatorenkonzert“ zusammen mit Walter Siegfried und Gisela Müller (Spaziergänge)
  • seit 2007 „3 Gesang“ zusammen mit Georg Glasl und Martina Koppelstetter
  • 2006 „Verrichtungen im Abseits – Boxenstopp“ (Fanstudie zur WM 2006)
  • 2004/5 „hab!Seligkeiten“ eine Dingbetrachtung (München / Berlin / Frankfurt)
  • 2003 „Schneewittchenverrichtungen“ mit Martina Couturier (Berlin / München)
  • 2002 „Chansons d’Amour“ mit Ulrich Müller 48nord (Kunstarkaden / München)
  • 2001 „MATCH“ mit Ulrich Müller 48nord (Spielanordnung – in einer Münchner Turnhalle).
  • 2000 „Die Blumen“  mit Ulrich Müller 48nord (Botanischer Garten München, 2000)
  • 1995-2000 „3-minüter“ Verrichtungen zum Thema Glück und Zeit im Kunstcontainer

 

als Performerin

arbeitet sie mit verschiedenen (inter)nationalen Gruppen z.B. mit:

  • Comedia Opera Instabile, FTM, Angela Dauber & Samuel Rachl (München)
  • Thikwa Theater mit behinderten Menschen (Berlin), Chaim Levano (Amsterdam)
  • Fiona Templeton, Roy Faudree, Christian Marclay (New York)
  • Forced Entertainment (GB), Teatr Cinema (Polen)
  • Linda Gaudreau (Montreal)
  • Karl ein Karl (CH)

 

als Sprecherin/ Stimmperformerin

arbeitet sie im Bereich Feature und Hörspielkunst in zahlreiche Produktionen
für den BR, SWR und SR

  • Zusammenarbeit mit: 48nord, Norbert Walter Peters (Hör-Kunst-Stücke), Peider A. Defilla („Donaumusik“ Donaueschinger Musiktage), Frederik Schwenk, Nikolaus Brass, Rudi Spring (Komponisten, aDevantgarde / München), mit Klaus Janek (Bass, Elektronik / Berlin), Gunter Pretzel (Bratsche/ Münchner Philharmoniker), dem Lukas Chor (München) und vielen mehr
  • eigenes Ensemble: „3Gesang“ mit Georg Glasl (Zither) und Martina Koppelstetter (Gesang),  Zusammenarbeit mit dem Panamaensemble von Franz David Baumann
  • eigene Features: 
    „sososososo – verloren im Fremdsein – Selbstversuch in Japan“ 2013  BR 2
    „Wurzelkind“ – Ruths wunderbare Welt der Pflanzen 2019 BR 2

 

als Pädagogin

ist sie tätig in den Bereichen Bewegung (Feldenkrais-Methode) / Rhythmik / Stimme und Performance; zahlreiche Workshops und Lehraufträge:

Akademie der bildenden Künste, Theaterakademie, FH Architektur, Theaterwissenschaft  und PI Seminare in München; Hochschule für Musik in Rostock; Education-Projekte mit den Berliner Philharmonikern;

Lehraufträge an der FU Berlin Bereich Theaterwissenschaften seit 2017

Schul-Projekte  2010 bis 2016) mit dem Bayerischen Staatsballett München und den Gymnasien St. Anna und Heinrich Heine: „Anna tanzt“ & „Heinrich tanzt“:

 

„…mich interessiert seit Jahren, welche Spannung, Befindlichkeit, Aussage, Räume haben, die da sind, auf Grund ihrer Geschichte ihrer Nutzung und der Situationen, die sich in ihnen abgespielt haben…,

Räume, die sich auch in einem gewissen Wartezustand befinden

wie kann ich diesen Zustand, diese Atmosphäre für mein Spiel (Performance-Verrichtung) nutzen; wie kann ich mit ihnen in Kommunikation treten und wie kann ich diese Kommunikation nach außen transportieren;

Den Begriff der Performance empfinde ich als verwässert; lieber benutze ich für meinen künstlerischen Arbeits-Ansatz, das Wort Verrichtung: Dinge tun, die man tun muss…

Da ist das Bedürfnis, immer wieder neugierig die Dinge zu betrachten, und sie aus einem großen Ganzen herauszubrechen, sie in einen anderen Kontext zu stellen, um sie so mit sich selbst neu zu konfrontieren;

Geschichten werden losgetreten… und die eigenen Geschichten loszuwerden, ist ein Bedürfnis, für den Künstler und den Kunst-Kunden gleichermaßen…“ (Ruth Geiersberger)

 

Aus der Jurybegründung zur Projektförderung  2010 durch das Kulturreferat der Stadt München:

„Ruth Geiersberger, die bekannte, geachtete Performerin, vollzieht ernst, konzentriert und unprätentiös ihre Performances, so dass sie – wenn sie inmitten von Menschen auftritt, irgendwo im Stadtraum – als ‚Künstlerin’, als ‚Besondere’ fast unerkennbar ist – zumindest auf den ersten Blick.

Und dennoch haftet ihrem Gesicht, ihrem Gestus, ihrer Haltung etwas so Strenges, Unerbittliches und zugleich schräg Komisches an, dass man sich seiner selbst und seiner eigenen Normalität auch nicht mehr so gewiss ist. Indem sie z.B. durch ein Gemurmel oder stures Schauen sowohl ‚komisch-merkwürdig’ wirkt, lenkt sie den Blick auf andere Menschen und nicht zuletzt auf das eigene Selbst. Diese Unabweisbarkeit, ja geradezu ‚Hoheit’ – selbst unter einem schiefen bayerischen Hütchen – ist es, die Ruth Geiersberger als Person in ihrer künstlerischen Arbeit auszeichnet.(…)

Gerade diese ‚Alltäglichkeit’ ist es, die ihre Kunst ohne Pathos auszeichnet. Sie erweckt den Zuschauenden zum Aufmerksamen, den Passiven zum Nachdenken, ohne ein Lachen und Vergnüglichsein zu unterbinden.“